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Kalkriese
- Schlacht an den "pontes longi"

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Parademaske eines römischen Offiziers
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und Römer | Welche Schlacht ? | Ablauf
der Schlacht | Bilder aus dem
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Lageplan der Schlacht |
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Der Weg der römischen Legionen des Caecinas durch den Engpaß zw. Wiehengebirge und
Großem Moor
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Welche
Schlacht fand hier statt ? |
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Besucht man als geschichtlich wenig
vorbelasteter Besucher den Park in Kalkriese, dann verläßt man ihn mit der
Überzeugung, dass hier die Legionen des Varus untergegangen sind. Aber ist
das wirklich so ? Berechtigte Zweifel sind angebracht und die Stimmen mehren
sich, die hier den Ort einer anderen Schlacht zwischen Römern
und Germanen sehen.
Höchstwahrscheinlich fand hier die Schlacht an den "pontes longi"
im Jahre 15. n.Chr. zwischen den Truppen des Arminius und den 4
niederrheinischen Legionen unter dem Kommando des römischen General
Caecinas. Ich möchte hier nicht im Detail alle Argumente aufführen, die
diese These untermauern, sondern die Lektüre zweier Bücher empfehlen. Dies
ist zum einen "Die Varusschlacht" von Rolf Bökemeier und zum
anderen "
...gesichert von Türmen geschützt vom Schwert, ..." von F.H. Rainer
Friebe. Trotz unterschiedlicher Meinungen zum Standort der Varusschlacht
(Teutoburger Wald oder bei Halberstadt) sind sich beide Autoren einig, dass
bei Kalkriese die Schlacht an den "pontes longi" stattgefunden hat
und können dies durch viele stichhaltige Argumente überzeugend belegen. So
schließ z.B. die Vielzahl der gefundenen Münzen den Ort als Ort der
Varusschlacht aus. Die in der Varusschlacht verlorengegangenen Münzen
wurden spätestens von den Truppen des Germanicus (also auch denen unter
Caecinas Kommando) vom Varusschlachtfeld eingesammelt und befanden sich im
Troß des Caecinas. So kamen sie in den Boden bei Kalkriese und wurden vom
Schlamm bedeckt und somit blieben sie erhalten ! Auf dem echten
Varusschlachtfeld dürften nach dem Absammeln durch die Germanen und der
Aufräumaktion des Germanicus (ca. 100.000 Legionäre suchten das gesamte
Schlachtfeld ab) wohl kaum so viele Münzen zu finden sein. Das gleiche gilt
natürlich auch für Waffen und andere Ausrüstungsgestände der Römer. Zu
der These der Varusschlacht bei Kalkriese paßt auch nicht, daß hier keine
germanischen, sondern ausschließlich römische Waffen gefunden wurden. In
der Varusschlacht hatten die Germanen aber noch nicht so viele römische
Waffen erbeutet, diese besaßen sie erst nach der gewonnenen Varusschlacht
und mit diesen kämpften sie hier in Kalkriese gegen die Truppen des
Caesinas. Varus ging mit seinen Legionen wohl nicht bei Kalkriese unter !
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Ablauf
der Schlacht |
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Caecinas war gemäß Befehl des Germanicus mit 4
Legionen auf dem Weg von der Weser in die Winterlager am Rhein. Er fand die
"pontes longi" in einem desolaten Zustand vor. "Pontes
longi" (die langen Brücken) nannten die Römer den 1 n.Chr. angelegten
Holzbohlenweg durch die sumpfige Lippenniederung, der castra vetera (Xanten)
mit dem Lager Haltern verband. Wären die Römer nicht schon bereits vor den
"pontes longi" von den Germanen angegriffen worden, hätten sie
den Bohlenweg wahrscheinlich noch am gleichen Tag repariert und überquert.
So zwangen die Umstände Caecinas, vor den "pontes longi" ein
Lager einzurichten. Dabei begann ein Teil seiner Truppen mit dem Bau des
Lagers und der Wiederherstellung des Bohlenweges, während der andere Teil
den Kampf mit den Truppen des Arminius aufnahm. Nachdem die Römer sich
gegen Abend nach schweren Kämpfen ins Lager zurückgezogen hatten, begannen
die Germanen mit der Erbauung eines Dammes, der alle verfügbaren
Wasserläufe hin zu dem Römerlager leiten sollte, um die Befestigungen
zunichte zu machen. Gleichzeitig versuchten die Germanen die Römer an der
Reparatur des Bohlenweges zu hindern, um so den Abzug des schwerbeladenen
Troß zu verhindern, den sie bereits als ihre Beute ansahen. Die Römer
ihrerseits versuchten den Staudamm einzureißen oder zumindestens seinen Bau
bis zur Wiederherstellung des Bohlenweges zu behindert. So fanden gerade an
den Wallanlagen erbitterte Kämpfe statt, wovon die reichhaltigen Funde dort
zeugen. Am nächsten Tag setzten sie Römer den Marsch über die unter
größten Anstrengungen wiederhergerichteten "pontes longi fort.
Caesinas teilte die Legionen so ein, daß sich der schwere Troß zwischen
ihnen befand, die 5. Legion an der rechten und die 21.Legion an der linken
Flanke. Die Spitze übernahm die 1. und die Nachhut die 20. Legion. Doch die
zum Schutz der Flanken eingeteilten Legionen verließen ihren Platz und so
konnten die Germanen den im Schlamm steckengebliebenen jetzt teils
ungeschützten Troß angreifen. Hier 1997 gefundene 2000 Jahre alte
"versteinerte" Wagenspuren belegen dies eindeutig. Diese
Wagenspuren sind übrigens einer der Hinweise darauf, dass hier nicht die
Varusschlacht stattfand, denn Varus hatten alle schweren Wagen in einem
Lager verbrennen lassen und zwar vor der Varusschlacht. In den
schweren Kämpfen um die Beute zeichnete sich vor allem die 1.Legion aus,
die sich den Germanen entgegen warf und auch Caecina aus akuter Lebensgefahr
rettete. Während Arminius Truppen mehr mit dem Beutemachen am Troß
beschäftigt waren, denn darauf waren sie hauptsächlich aus, konnte die
Legionen in offenes Gelände entkommen. Dort schlugen sie erneut ein
allerdings eher weniger befestigtes Lager auf, da die meisten Hilfsmittel
mit dem Troß verloren gegangen waren. An nächsten Tag versuchten die
Germanen dieses Lager zu stürmen, aber die Römer konnten sich diesmal
behaupten und somit zu den Winterlagern am Rhein weiterziehen, allerdings
ohne den Großteil ihres Troß, den die Germanen geplündert hatten.
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Bilder
von Park in Kalkriese |
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Blick vom Turm
über das Park- (Schlachten-) Gelände
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Blick aus
"Sicht der Germanen" auf den Staudamm, der auf einer
Länge von ca. 200 m nachweisbar ist.
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Blick aus der
"Sicht der Römer" auf den Damm (im Vordergrund die vier
Pfosten eines germanischen Hauses)
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Nachbildung des
Engpass, durch den die Römer zwischen germanischem Wall (der
eigentlich ein Damm war) einerseits
und Moor andererseits durchmarschieren sein sollen.
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Nachbildung
eines germanisches Grubenhaus
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Stahlplatten
mit Zitaten antiker Geschichtsschreiber (allerdings größtenteils
zur Varusschlacht) markieren den Weg der
römischen Legionen.
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Buchtipps
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